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Städte

Bild_7Holzminden ist die Kreisstadt des Landkreises Holzminden in Niedersachsen (Deutschland).
Das an der Weser gelegene Holzminden, das offiziell als "Stadt der Düfte und Aromen" beworben wird, gehört zur Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Holzminden liegt im oberen Weserbergland am Nordwestrand des Mittelgebirges Solling im Oberen Wesertal. Etwas weiter nördlich befindet sich der Vogler und jenseits von diesem der Ith. Bis zur niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sind auf Bundesstraßen etwa 80 km zurückzulegen.

Die Stadt, die sich an der östlichen Uferseite der Oberweser befindet, wird in Südost-Nordwest-Richtung von der Holzminde durchflossen, in die im Stadtgebiet die von Osten kommende Dürre Holzminde einmündet; in diese wiederum mündet im östlichen Stadtteil Pipping der von Osten kommende Hasselbach ein.
Direkt nach dem Durchfließen des Stadtgebiets mündet die Holzminde am westlichen Stadtrand in die von Süden kommende Weser, die in einigen Holzmindener Durchflussbereichen die Grenze zum westlich gelegenen Bundesland Nordrhein-Westfalen bildet.

Unmittelbar angrenzende bzw. nahe gelegene nordrhein-westfälische Ortschaften sind Lüchtringen, Stahle und Höxter. An der westlichen Uferseite der Weser liegt etwas weiter südlich und flussaufwärts von Holzminden das Kloster Corvey.

Erstmals erwähnt wurde Holzminden 832 in mehreren Corveyer Schenkungsregistern und Urkunden unter dem Namen Holtesmeni, Holtesmini, Holtesmynne. Der Name bedeutet nicht wie von Grimm erwähnt "Waldgeschmeide", sondern entstammt nach Angaben von Professor Edward Schröder in seinem Werk Deutsche Namenkunde (1938, Göttingen) von einer alten germanischen Bezeichnung für einen Bach: menni = Bach. Hierbei wird aber nicht der Ort der heutigen Kreisstadt, sondern ursprünglich das 1922 eingemeindete Altendorf (1275 antiqua villa), eine Siedlung an der großen, vom Niederrhein durch Westfalen nach dem Osten (Braunschweig bzw. Leipzig) führenden Straße, die die Weser überschritt, bezeichnet.

Neben der Siedlung Altendorf entstand vermutlich zwischen 1197 und 1202 als Markt- und Zollstädte der Grafen von Everstein die nova plantatio (neue Gründung), deren planmäßige Anlage im Grundriss noch deutlich erkennbar ist.

1245 erhielt Holtesminne (Holzminden) die Bestätigung ihres wichtigen Stadtrechtes durch Otto von Everstein; seit 1240 ist dieser auch im Besitz der Burg an der Weser. 1394 wird zeischen Corvey und Everstein ein Borchfrede to Holtesmynne geschlossen.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben, deren Ruinen wurden erst 1860 endgültig abgebrochen. In ihrem Schutz schritt Holzminden allerdings nicht, wie es für die Mehrzahl der Städte zutrifft, zu einer mit Türmen bewehrten Ummauerung fort, sondern begnügte sich mit der Beibehaltung der anfänglichen einfachen Hafenbefestigung (Wall und Palisade).

In den erbitterten Auseinandersetzungen mit den seit der staatsrechtlichen Anerkennung ihres Landesfürstentums 1235 machtvoll gegen die Weserlinie vordringenden Welfen und deren Parteigängern, den Edelherren von Homburg, den Eversteiner Grafen 1408 entfremdet, blieb die Stadt seit dem frühen 16. Jahrhundert im ausschließlichen Besitze der Wolfenbüttler Linien des braunschweigisch-lüneburgischen Hauses.

In einem Mandat an den Abt zu Corvey vom 18. April 1540 wird das Stettlin Holzmin von Kaiser Karl V. in Schutz genommen.

1565 wird im westlichen Teil des noch heute bestehenden Marktes ein spitzgiebeliges Rathaus errichtet, das das Stadtgericht, die Kämmerei, einen Hochzeits- und Gildensaal und einen Ratskeller beherbergte. Es bestand zahlreiche Kriegswirren und Altstadtbrände und musste erst 1821 wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

In der Folgezeit unternommene Versuche, ihre wirtschaftliche Stellung gegenüber dem benachbarten Höxter (Corvey) zu stärken (u.a. erster Holzbrückenbau 1619, die durch Eisgang 1620 zerstört wurde), erstickte der Dreißigjährige Krieg. Holzminden wurde 1640 von kaiserlichen Truppen zerstört und niedergebrannt und erholte sich davon nur langsam. Maßgeblich an dem Aufbau der Stadt beteiligt, waren auch Handwerker aus Kroatien.

Nach Henri Bade hat eine Kaiserliche Thurn und Taxissche Post schon vor 1700 bestanden. Die braunschweigische Landespost bestand in Holzminden auch schon vor 1743, denn schon vor der Fahrpost von Braunschweig nach Holzminden im Jahre 1743 gab es eine Route des reitenden Postboten von Braunschweig über Gandersheim, Holzminden weiter nach Paderborn.

In lebhafte Bewegung kam Holzminden erst wieder seit Mitte des 18. Jahrhunderts infolge zielbewusster baulicher und wirtschaftlicher Förderung, u.a. Gründung eines Eisenwerkes 1745 durch den 1742–1763 amtierenden Oberbürgermeister Johann Georg von Langen (1699–1776) und durch die Verbindung der Klosterschule von Amelungsborn mit der Stadtschule, siehe: Campe-Gymnasium.

In geistiger Hinsicht setzte sich jene fort mit der Wirksamkeit des als rationalistischem Theologen und Mathematiker bedeutenden Stadtpfarrers und Titularabtes von Amelungsborn von 1775 bis 1779 Johann Friedrich Ludwig Häseler sowie 1831 mit der Gründung der ersten deutschen und bis heute ältesten Baugewerkschule durch den Kreisbaumeister Friedrich Ludwig Haarmann. Die Hochschule heißt seit 2000 Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen.

Im April 1754 wird ein "Herzogliches Leyhaus" (Leihhaus) in der Stadt gegründet, aus der 1765 die Braunschweigischen Staatsbank entsteht, die 1970 wiederum zur NORD/LB fusionierte.

 

 

Kultur und Sehenswürdigkeiten

 

 

 

 
  • Das 1609 von dem Amtmann Nicolaus Theßmar aus Kolberg erbaute Haus am unteren Ende der Grabenstraße 43, heute als Tilly-Haus bezeichnet. Im Sommer 1625 soll in dem Haus der Feldherr Johann Serclaes von Tilly während des Dreißigjährigen Krieges und nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge verweilt haben.
  • Die Luther-Kirche (ehemals Marien-Kirche)
  • Fachhochschule Hildesheim-Holzminden (HAWK) (ehemalige Baugewerkschule) am Haarmannplatz, errichtet 1900–1902, zuvor stand von 1745 bis 1840 an der Stelle ein Eisenwerk
  • Wilhelm-Raabe-Brunnen von 1927 mit der Figur des Klaus Eckenbrecher aus dem Heimatbuch "Heiliger Born" des Dichters und dessen Wohnhaus im Goldenen Winkel
  • Reichspräsidentenhaus von 1929 mit dem 1961 errichteten Glockenspiel mit dem "Meisterumzug" der Absolventen der Fachhochschule
  • Städtisches Torhaus von 1922
  • Haus Kirchstraße 4
  • Severinsche Haus von 1683 (Halbmondstraße Nr. 9)
  • Haus des Handwerks
  • Einer der ältesten und schönsten Marktplätze Norddeutschlands mit einem Brunnen von 1891
  • Duftender Stadtrundgang. An 15 Duftstelen in der Innenstadt mit spezifischen Düften werden interessante Informationen zum jeweiligen Standort wie auch über den jeweiligen Duft vermittelt
  • Museumsschiff "Stör" an der Weserbrücke (geschlossen)
  • Bleichegraben (1834 errichtete Wäschebleiche)

 

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